Die wichtigsten beobachteten Veränderungen

Zunehmende Bodenversauerung

Heute führt nicht mehr der klassische «saure Regen» zur Bodenversauerung, sondern der über Jahre zu hohe Stickstoffeintrag. Ein Fortschreiten der Versauerung kann in vielen Beobachtungsflächen gemessen werden. Dabei gehen die Nährstoffe Kalzium, Magnesium und Kalium verloren, die Fruchtbarkeit nimmt ab.

Diagramm Bodenversauerung

Zunehmende Stickstoffsättigung

Stickstoff ist zwar ein Dünger, aber eine einseitige Stickstoffernährung führt zu einer Verminderung der Konzentration wichtiger Nährstoffe (Phosphor, Kalium, Magnesium) in den Blättern und Nadeln. Damit verschwindet die wachstumsfördernde Wirkung von Stickstoff und wird z.T. sogar durch eine Wachstumshemmung ersetzt.

Diagramm Stickstoffsättigung

Erhöhte Anfälligkeit für Trockenheit

Zu viel Stickstoff erhöht die Anfälligkeit für Trockenheit. Einerseits ist die Funktion der Feinwurzeln und der mit den Feinwurzeln zusammenlebenden Wurzelpilze eingeschränkt, andererseits ist die Regulierung des Wasserverbrauchs gestört.

Reduziertes Holzwachstum

Der durchschnittliche Stammzuwachs hat in den letzten Jahren abgenommen. In den 1980er Jahren war das Wachstum durch die hohen Stickstoffeinträge gefördert worden. Das ist aber heute nicht mehr der Fall. Die Hinweise verstärken sich, dass dies mit der beobachteten Verschlechterung der Phosphorversorgung zusammenhängt.

Diagramm Holzwachstum

Zu wenig Regenwürmer

In sauren Böden fehlen die Regenwürmer. Diese erfüllen wichtige Funktionen im Waldboden. Sie bauen Laub ab, durchmischen den Boden, bilden stabile Krümel und sorgen für eine gute Durchlüftung.

Karte Regemwurmdichte

Höheres Sturmschadenrisiko

Die Windwurfanfälligkeit von Waldbäumen ist auf versauerten Böden und bei Stickstoffbelastung erhöht.

Diagramm Sturmschadenrisiko

Stärkerer Parasitenbefall

Die hohe Stickstoffkonzentration führt zu einer grösseren Anfälligkeit gegenüber Insekten und Pilzen.

Diagramm Parasitenbefall

Erhöhter Fruchtbehang

Bei der Buche hat die Bildung von Nüsschen in den letzten Jahren massiv zugenommen. Zu häufige Samenjahre bedeuten für den Wald einen Stress. Dies hängt möglicherweise mit dem Klimawandel zusammen.

Diagramm Fruchtbehang

Neue Krankheiten

Als vor wenigen Jahren eingeführte Krankheit hat die Eschenwelke auf der Alpennordseite ein bereits bedrohliches Ausmass erreicht.

Diagramm Baumkrankheiten

Die Rolle des Borkenkäfers

Käfer und andere Kleinlebewesen sind für den natürlichen Kreislauf des Waldes unentbehrlich. Sie sorgen dafür, dass abgestorbene Bäume und Pflanzen verwertet und dem Waldboden als Nährstoffe wieder zugeführt werden. Der Fichtenborkenkäfer dagegen ist auf lebendes Gewebe angewiesen. Bei einer Massenvermehrung wie beispielsweise nach dem Wintersturm Lothar von 1999 und nach dem trockenen Sommer 2003 kann er auch gesunde Bäume befallen. Zur Zeit sind die Käferpopulationen sehr klein, weil in den letzten Jahren keine grossen Schadholzmengen durch Unwetter angefallen sind und auch die Belastung durch Trockenheit geringer war. In der Regel ist der Borkenkäfer aber ein Schwächeparasit, er greift also Bäume an, die durch andere Faktoren gestresst sind. Unter diesen Faktoren spielt Trockenheit sicher die wichtigste Rolle, aber auch die Stickstoffdeposition sowie Kalimangel sind von Bedeutung. Die aktuelle Forschung beschäftigt sich mit solchen Zusammenhängen und anderen Phänomenen, die für die Gesundheit des Waldes von Bedeutung sind.

Diagramm Baumkrankheiten Borkenkäfer